Digitalisierung und Sustainable Development Goals Ziele erreichen

Uns – Frau Kunstdorff und Frau Bhatti, den Gründerinnen von Cloud und Rüben – liegt ein Thema besonders am Herzen: die Armut in dieser Welt zu besiegen. Diesem Ziel haben wir uns persönlich seit Jahren verschrieben und wir sehen unsere Mission als Mosaiksteinchen in der Werte- und Weltgemeinschaft, die sich dieser Mammutaufgabe stellt. Deshalb legen wir in unseren Angeboten einen besonderen Fokus auf Organisationen der Entwicklungs- und Partnerschaftsarbeit.

„Armut gehört ins Museum“

– Prof. Mohammad Yunus (Visionär, Banker, Friedensnobelpreisträger)

Globale Digitalisierung

Technische Möglichkeiten können Grenzen dehnen oder überwinden. Heute können im Fall einer Naturkatastrophe Satellitenbilder helfen, Wege für Helfer zu den Verletzten zu finden und Minenopfer können Prothesen erhalten, weil 3D-Drucker deren Kosten senken und somit können viel mehr Amputierte erreicht werden. Bauern im entlegenen, ländlichen Bangladesch erhalten via Smartphone Zugang zu Finanzdienstleistungen und Wetterberichten, sie können sich über die Preise der umliegenden Märkte erkundigen, bevor sie den beschwerlichen Weg mit ihrer Ernte auf sich nehmen und werden so unabhängiger und verbessern ihre Verhandlungsbasis erheblich.

Derartige digitale Innovationen entwickeln sich gerade dort, wo keine „gesättigte mitteleuropäische Infrastruktur“ herrscht, sondern wo kreative, neue Lösungen gebraucht werden.

Fluch oder Segen?

Oft stammen technische Entwicklungen nicht einmal von Social Entrepreneurs, sondern von rein wirtschaftlich getriebenen Unternehmen. Doch ihre Angebote verändern die Lebensrealität von den Menschen in unseren Projektländern radikal.

Organisationen, die im Bereich Armutsbekämpfung, Bildung, Menschenrechte etc. tätig sind, müssen aufmerksam sein, um sich nicht eines Tages nach ihrer Legitimation zu fragen. Warum braucht es ein Hilfswerk, um sauberes Trinkwasser oder Strom in ländlichen Gebieten anzubieten, wenn es mittlerweile Pumpen oder Solarstromanlagen gibt, die auch von marginalisierten Familien via Mobiltelefon stundenweise genutzt werden können?

„Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass sich die digitale Kluft nicht noch vergrößert, sondern im Gegenteil IKT weltweit zum Motor für Entwicklung werden!“

– Thomas Silberhorn (Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)

Digital denken und Ziele erreichen

Wir möchten sammeln, diskutieren, informieren, welche Aspekte der Digitalisierung, aber auch, welche Werkzeuge konkret, in der Entwicklungszusammenarbeit und der Inlandsarbeit nützen. Wir wollen aber ebenso kritisch darauf achten, welche Konsequenzen das mit sich bringt und warnen, wo ethische Fragen berührt werden oder wo Technik und Neues zum Selbstzweck werden.

Wir wollen dazu beitragen, dass sich soziale Organisationen – nicht nur in der Entwicklungszusammenarbeit – damit auseinandersetzen, welche ihrer Ziele in der Projektarbeit, aber auch welche Abläufe in der Verwaltung ggf. durch neue technische Möglichkeiten effizienter erreicht werden können.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat mit ihrem „Toolkit – Digitalisierung in Entwicklungszusammenarbeit und internationaler Zusammenarbeit in Bildung, Kultur und Medien“ wegweisende erste Leitplanken gesetzt, an denen auch wir uns orientieren.

Darin heißt es:

„IKT sind Schlüssel für nachhaltige Entwicklung und spielen eine entscheidende Rolle bei der Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele („Sustainable Development Goals“, „SDGs“) im Rahmen der Agenda 2030.“

Explizit erwähnen die SDGs die IKT in den vier Unterzielen „Bildung/04“, „Geschlechtergerechtigkeit/05“, „Infrastruktur, Industrialisierung, Innovation/09“ und „Partnerschaften/17“. Sie bieten so mannigfaltige – bisher teilweise noch unbetretene Pfade für innovative Lösungen – dass sie für die Erreichung der Entwicklungsziele nicht unbeachtet bleiben dürfen. Zumal – wenn man seine Tätigkeit in Kooperation oder Förderung des Bundesministeriums sieht – dieser Bezugsrahmen auch für zukünftige Projektplanung relevant ist.

Reinlesen lohnt sich.